Wer in den letzten Tagen vor den Ferien durch die Schule gelaufen ist, dem ist mit Sicherheit das ein oder andere Mal ein Transporter auf unserem Schulhof aufgefallen oder aber eine Menge an Paketen. Wer zudem eigentlich im Raum B230 Unterricht hatte, wird ebenfalls festgestellt haben, dass dieser besetzt war – besetzt von einer Menge an Paketen. Wenn man den Zettel an der Tür las, wusste man auch wieso: Die Touchpanels sind da.
Wie lange haben wir darauf schon gewartet…
Die Situation zu Beginn in unserem neuen Schulgebäude dürfte jedem noch präsent sein: Tafeln? Fehlanzeige! Eine Ausnahme bildeten bis jetzt die teils an den Wänden hängenden Whiteboards und die Whiteboard-Schiebetafeln, die aber auch erst später zur Verfügung standen. So wurde wieder vermehrt auf die „schönen“ alten OHP´s zurückgegriffen. Eine Umstellung nach dem Distanzunterricht: Von den modernen, digitalen Medien zuhause, zu unseren OHP´s. Auch Whiteboards an den Wänden und Whiteboard- Schiebetafeln modernisieren die Schule und den Unterricht zwar nicht, aber sie waren wenigstens kein Rückschritt zum alten Gebäude und haben einen uns bekannten Unterricht in vielen Räumen wieder ermöglicht.
Zudem ist man durch die neuen Tafeln so wenigstens den Kreidestaub und das lästige Putzen der alten Tafeln los geworden – auch das ist ja mal ein Fortschritt!
Auf zu neuen Ufern…
Und nun haben wir weiter gewartet auf den nächsten Schritt der Digitalisierung an unserer Schule. Durch die Pandemie haben wir ja immerhin schon einmal Online-Plattformen, wie Moodle, Logineo oder ucloud als Erweiterung zum klassischen Unterricht erhalten und auch Tablets wurden an die Lehrer verteilt. Selbst WLAN gibt es „schon“ im neuen Gebäude. Ein halbes Jahr nach dem Umzug kommt nun also auch endlich die Ausstattung nach – wie auch die Touchpanels.
Jetzt sollen sie flächendeckend verteilt werden in allen Räumen. Also sind wir mal gespannt, wie der Unterricht mit Ihnen werden wird…..
Wenn alle Lehrer*innen geschult im Umgang sind, bieten sich dadurch mit Sicherheit neue Möglichkeiten und vor Allem der digitale Teil des Unterrichts, wie das Schauen von Filmen, das Zeigen von Präsentationen, das Erstellen von digitalen Tafelbildern, kann mit Sicherheit optimiert werden. Eben diese Schulung bildet aber die Grundlage für die erfolgreiche Nutzung. Wir Schüler*innen als „digital natives“ sind hier unseren Lehrer*innen zum Teil einen Schritt voraus, da wir mit der Technik aufgewachsen sind, die jetzt langsam auch unsere Schule erreicht. Nicht selten haben Lehrer*innen Schüler*innen nach Tipps gefragt. Und wenn Schüler*innen und Lehrer*innen, die auch geschult sind, nun zusammenarbeiten, werden die neuen technischen Möglichkeiten mit Sicherheit eine sinnvolle Erweiterung des Unterrichte darstellen.
Ein holpriger Weg zum Erfolg
Einerseits hätte die Digitalisierung natürlich schon weitaus früher die Schulen erreichen müssen. Andererseits verläuft auch jetzt der Weg holprig. Bestes Beispiel ist hier unsere Lernplattform Moodle und generell Online-Lernplattformen in ganz Deutschland. Sinnvoll wären sie auch schon vorher als Ergänzung zum Präsenzunterricht gewesen, um Informationen und Dateien zu verteilen oder Abgaben zu organisieren. Auch eine Kommunikation über die Forumsfunktion hätte Klassen hier schon helfen können zum Beispiel bei der Klausurvorbereitung. Diese Vorteile können wir nun aber doch nutzen – zumindest teilweise. Anfang des Jahres nach den Winterferien erleben wir ständig „Database Error“ – Moodle ist nicht erreichbar, scheinbar überlastet. Die Störungen betreffen nicht nur Moodle, sondern auch andere Plattformen wie IServ an anderen Schulen. Die Ministerien werden kritisiert für die mangelnde Vorbereitung, denn natürlich hätte jedem bewusst sein müssen, wie stark der Zugriff auf die Plattform ist, erst recht wenn man zu Beginn der Stunde immer dort sein soll. Das wahrscheinlich größte Problem trat aber erst vor kurzem auf: Dateien aus dem Februar und März waren nicht erreichbar. Ein erster Versuch das Problem zu beheben scheiterte, danach war Moodle ein ganzes Wochenende im Wartungsmodus. Besonders hart getroffen: der diesjährige Abijahrgang, der für Vorabi-Klausuren, teils in beiden Leistungskursen, lernen musste und so sich neben dem Stoff auch noch darum kümmern musste, wie man die alten Dateien wieder verfügbar macht. Aber, sieht man es positiv, auch so daraus haben wir was gelernt: Back-Ups sind sinnvoll, auch für Abgaben. Alles in Allem also noch kein idealer Zustand. Ursache des Problems war wohl der Back-Up-Mechanismus.
Kurzes Interview mit Herr Ussner
KIWI: Die Digitalisierung an unserer Schule kommt momentan in Gang, nachdem wir die letzten Monate und vor Allem die Zeit von Oktober bis Dezember, die wir in der Schule im Präsenzunterricht waren, mit einem eingeschränkten Zugriff auf Lehrmaterialien, wie Tafeln oder auch Internet, zurecht kommen mussten. Wie haben sie diese Zeit wahrgenommen?
Ussner: Die Zeit nach dem Umzug im Präsenzunterricht war für alle eine Herausforderung, da noch zu Vieles an Ausstattung und Technik nicht da war oder nicht funktionierte. Es wurden hinter den Kulissen hektisch pragmatische Zwischenlösungen gesucht (z.B. die Whiteboards), die aber nicht immer schnell genug zum Tragen kommen konnten.
KIWI: Woran lag es, dass die Materialien fehlten und die Technik nicht vollständig funktionierte zu Beginn des Einzuges in die neue Schule?
Ussner: Es gab leider innerhalb der städtischen Abteilungen einige Kommunikationsprobleme, die dann zu Verzögerungen führten. Manche Sachen waren noch nicht bestellt, andere Teilbereiche noch nicht technisch abgenommen oder noch gar nicht in Auftrag gegeben. Dazu kamen Lieferprobleme, denn beispielsweise über 70 Touchpanels hat kein Hersteller auf Vorrat.
KIWI: Jetzt haben wir ja seit wenigen Wochen WLAN in der Schule. Zudem sind die Touchpanels auch geliefert worden, wie wir alle in den letzten Wochen sehen konnten. Was genau erhoffen sie sich von diesen Touchpanels für den Unterricht? Und vor Allem wie können sie Ihn bereichern?
Ussner: In dieser Woche beginnen die Fortbildungen im Kollegium für die Arbeit mit den Touchpanels. Auch wenn wir noch längst nicht alle potentiellen Möglichkeiten der Arbeit mit den Geräten kennen, erhoffen wir uns einen interaktiveren Umgang mit Medien, sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Schülerinnen und Schüler. Wenn die Integration der dienstlichen Endgeräte so gut funktioniert, wie wir hoffen, sollte der technisch unterstütze Unterricht, den viele Kolleginnen und Kollegen schon länger mit Beamer, Dokumentkamera und privaten Laptops/Tablets durchgeführt haben, deutlich einfacher zu realisieren sein. Eine zusätzliche Einbindung von Endgeräten der Schüler ist für die Zukunft sicherlich auch denkbar und wünschenswert (sei es auf der Basis von BYOD (bring your down device) oder im Rahmen von klassenweisen iPads, falls dies pädagogisch sinnvoll ist.)
KIWI: Neben dem WLAN und den Touchpanels sind noch weitere Erneuerungen in der Technik und der Digitalisierung momentan am GBG geplant?
Ussner: Weitere Ideen im Bereich der Digitalisierung gibt es natürlich, aber nichts davon ist spruchreif und alles muss (und wird) auch in Absprache mit der Schulkonferenz, d.h. mit allen am schulischen Leben Beteiligten, entschieden werden. Alleingänge wären bestimmt nicht gut, denn es muss eine Unterstützung von allen Seiten da sein.