Vor einigen Wochen haben uns zwei ehemalige Mitglieder der Kiwi-AG, Florian und Timo, besucht. Die beiden haben 2020 hier am GBG Abitur gemacht. Schön, dass sie die Zeit gefunden haben, mal wieder bei uns reinzuschauen.
Weshalb habt ihr beiden euch damals für die Schülerzeitungs-AG entschieden?
Florian: Ich hab mich lehrerbezogen entschieden. Damals hat Frau Cheng, die wir auch im Unterricht hatten, die AG geleitet und ich konnte mir das gut vorstellen.
Timo: Ich bin mit Freunden dazugekommen, das war so eine Dynamik in der Gruppe.
Was war für euch das Spannende an dieser AG?
F: Ich fand es super, dass wir in Themen- und Methodenwahl so frei waren, wir hatten auch immer Raum für Diskussionen, die dazugehören.
Hatte die Teilname an der KIWI-AG Einfluss auf eure Berufswünsche?
F: In der Unterstufe schon, später hatte ich schon den Blick zur Physik gerichtet.
T: Nein, das hatte für mich noch keine wegweisende Bedeutung.
Schreibt ihr heute noch?
Beide: Im Moment an der Bachelorarbeit, ansonsten gerade nicht. Aber wir haben schon nachgedacht, gemeinsam ein Thema zu beackern. XX
Ihr habt vor drei Jahren am GBG Abi gemacht. Wie ging es danach für euch weiter?
F: Ich studiere in Aachen im 6. Semester Physik und schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit.
T: Ich habe zunächst einen freiwilligen Wehrdienst absolviert und studiere seitdem in Bonn Philosophie und Geschichte und mein Grundstudium schon mit dem Bachelor beendet.
Habt ihr in euren Augen die richtigen Studienfächer für euch gewählt?
Beide: Absolut, ja.
Wie empfindet ihr das Studentenleben?
F: Es bietet einem deutlich mehr Freiheiten, man kann alleine wohnen, länger ausgehen, man ist freier in der eigenen Themewahl als zu Schulzeiten, in der alle Themen durch den Lehrplan der Fächer vorgegeben war.
T: Ich habe einen neuen Blick auf die Themen in der Schulzeit bekommen. Obwohl ich mich in meiner Schulzeit nicht für die Mint-Fächer interessiert habe, finde ich nun, da ich mich nicht damit beschäftigen muss, Mathematik interessant.
Gibt es etwas, was ihr aus der Schulzeit vermisst?
T: Dort hatte man kein Zeitproblem, also viel Zeit.
F: Ich vermisse nichts wirklich.
Fühltet ihr euch zu Beginn eures Studiums ausreichend vorbereitet?
F: Nein, ich fühlte mich zunächst lost, musste mich neu orientieren. Denn in der Schule werden einem ja immer die Aufgaben vorgegeben, die man erledigen muss. In der Uni wurden andere Arbeitsweisen eingefordert, selbstständiges Lernen habe ich eigentlich außerhalb der Schule gelernt oder eben in der Kiwi-AG, wo man die Sachen selber tun musste oder wollte.
T: Lernen im Studium ist auch anders, da man in der Uni den Stoff behalten muss. In der Schule betreibt man dagegen meist „Bulimie“-Lernen.
Was würdet ihr ändern, wenn ihr heute nochmal in die Schule gehen müsstet?
F (lacht): Ich glaube, ich wäre weitaus weniger motiviert und würde weitaus weniger für die Schule machen. Es gibt viele Sachen, die ich im Nachhinein als Zeitverschwendung ansehe. Heute würde ich mich viel mehr auf die Sachen konzentrieren, die mich wirklich interessieren.
T nickt zustimmend.
Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?
F: Erstmal weiter Physik studieren und den Master machen. Und danach irgendwas in der Physik machen, vielleicht in die Forschung gehen. Am liebsten in die theoretische Physik.
T: Im Idealfall an der Uni bleiben und da dann in die Lehre und Forschung im Fachbereich Philosophie gehen. Ansonsten vielleicht in die Schule. Ich finde Unterrichten ganz gut, aber am liebsten an der Uni, weil man da näher an den Themen dran ist, die einem wirklich wichtig sind. Ich finde es auch sehr interessant, dass man an der Uni mit lebenden Philosophen in Berührung kommt, das ist dann viel lebensnäher als in der Schule. In der Uni ist man näher am Zeitgeist.
Vielen Dank für das Gespräch!