Über Geld redet man nicht? – Doch!

Kredite und Schulden – früher eher ein Thema, mit dem man sich im Erwachsenenalter auseinandersetzen musste. Heute aber leben immer mehr junge Menschen, die noch in die Schule gehen, auf Pump. Denn obwohl diese noch über kein festes Einkommen verfügen, verschulden sich viele von ihnen vergleichsweise früh. Daher ist finanzielle Bildung im jungen Alter sehr wichtig.

Doch wieso geben immer mehr Jugendliche Geld aus, das sie eigentlich gar nicht haben? Ein erst harmlos scheinender, jedoch sehr gefährlicher Grund für die Schulden vieler junger Menschen ist die Bezahlform „buy now, pay later“, die beispielsweise bei Onlinebanking-Plattformen wie „Klarna“ oder „Paypal“ verfügbar sind. Dadurch haben Nutzer:innen die Möglichkeit, ihre Einkäufe innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf oder in Raten bezahlen zu können. Dies scheint für viele erst einmal verlockend. Allerdings sollte man vorsichtig sein, denn diese Funktion führt dazu, dass man sich geldtechnisch leicht überschätzt und so in die Schuldenfalle gerät. Zudem gab es vor nicht allzu langer Zeit einen „Tiktok“-Trend, bei dem sich die Nutzer:innen versuchten gegenseitig in ihren unbezahlten Klarna-Schulden zu überbieten. Die Schulden betrugen teilweise bis zu 3.000 Euro.

Eine andere Falle, in die man leicht tappt, sind Abonnements, die man z.B. für Onlineservices oder Musik und Spiele abschließen kann. Schließlich scheinen viele von ihnen erstmal harmlos oder sogar kostenlos zu sein. Hierbei sollte man immer den Vertrag gründlich lesen und auf die Vertragsdauer achten. Bei den meisten Verträgen ist es so, dass sich diese automatisch verlängern. Daher ist es sinnvoll, die Kündigungsfrist im Blick zu behalten. Oft verliert man auch den Überblick über die vielen Abos. Im Laufe der Zeit werden diese dann kostenpflichtig oder es wird zu viel Werbung angezeigt, die einen dann wieder zum Kaufen verleitet.

Einher mit den vielen offenen Rechnungen gehen zudem Unwissenheit, Scham und/ oder ein Gefühl der Überforderung, die auch bei vielen verschuldeten Erwachsenen vorherrschen. Wenn man seine Rechnungen nicht bezahlt, fallen schnell Mahngebühren an, im schlimmsten Fall bekommt man Post vom Inkasso-Büro. Die Zwangsvollstreckung ist die letzte Maßnahme, die droht, wenn man seine Schulden nicht freiwillig bezahlt. Unbezahlte Rechnungen können also schnell ein großes, eventuell existenzielles Problem werden.

Kann man seine Schulden nicht abbezahlen, bekommt man negative Punkte in der Schufa. Dies ist eine Liste, in der jeder Mensch mit einem Bankkonto in Deutschland automatisch eingetragen ist. Zu viele negative Punkte sorgen zum Beispiel dafür, dass man keine weiteren Kredite mehr aufnehmen kann. Eventuell hat man es aber auch in anderen Bereichen schwerer, zum Beispiel bei der Wohnungssuche. Denn auf dem hart umkämpften Wohnungsmarkt muss man häufig beim Vermieter eine SchufaAuskunft abgeben. Schließlich möchte der Sicherheit haben, dass man seine Miete bezahlen kann.

In dem besonderen Fall, dass Schulden vererbt wurden, ist es sehr sinnvoll, das Erbe abzulehnen, da mit dem Erbe auch die Schulden übertragen werden.Und dabei möchte man doch als junger Mensch ohne finanzielle Sorgen ins Leben starten. Besonders wichtig wird der sichere Umgang mit Geld zum Beispiel ab dem Auszug aus der elterlichen Wohnung. Denn auch hierbei verschulden sich viele junge Menschen, da ihnen oft nicht richtig beigebracht wurde, wie sie ihr Geld sinnvoll einteilen. Vor allem dann sollte man sich immer fragen, ob der Kauf des neuesten Smartphones oder der angesagten Sneaker wirklich wichtig und nötig ist. Zudem sollte man sich einen Budgetplan anlegen, um Ein – und Ausgaben zu sortieren und über alles einen Überblick zu behalten.

In jedem Fall ist es sehr schwer, aus Schulden wieder herauszukommen. Deshalb ist frühe Aufklärung wichtig. Falls man in eine finanzielle Schieflage gerät, sollte man sich dringend an eine Beratungsstelle wenden. Guter Rat muss nämlich nicht teuer sein!

Pauline und Carla, 8e