Stefan Gieseking ist seit eineinhalb Jahren bei uns am GBG als Schulsozialarbeiter tätig. Neulich haben wir uns mit ihm zum Interview getroffen.

Gab es in Ihrer Schulzeit an Ihrer Schule einen Sozialarbeiter? Falls nein, hätten Sie gerne einen gehabt und warum?
Also es gab keinen bei uns in der Schule. Die ganze Schulzeit nicht. Ich glaube aber schon, dass ich zumindest in der Oberstufe schon mal ganz gerne einen gehabt hätte, mit dem ich sprechen könnte, denn ich hatte ein wenig Prüfungsangst. Das wäre schön gewesen, denn zu Hause konnte mir niemand helfen.
Warum sind Sie Schulsozialarbeiter geworden?
Das war auch so ein bisschen Zufall. Damals musste man noch Zivildienst machen. Man konnte entweder zur Bundeswehr gehen oder man konnte so einen Ersatzdienst machen. Den habe ich gemacht bei der Lebenshilfe, da musste ich mich um Menschen mit Beeinträchtigung kümmern. Das hat mir Spaß gemacht und deshalb wollte ich was Soziales machen und dann habe ich geguckt, was die alle so machen, und die haben alle Sozialarbeit studiert und dann habe ich auch Sozialarbeit studiert. Also ich glaube, das war der Hauptgrund und dann hatte ich halt im Studium ganz verschiedene Aufgabenbereiche. Schulsozialarbeit hat mich am Anfang auch nicht so interessiert und dann habe ich so offene Jugendarbeit gemacht und im Rahmen dessen habe ich immer mit einer Gesamtschule zusammengearbeitet. Da habe ich soziale Trainingskurse durchgeführt.
Mit welchen Bereichen beschäftigt Schulsozialarbeit hauptsächlich?
Ich würde sagen, dass es hauptsächlich um die Beratung von Schülern, von Eltern, von Lehrern in Konfliktsituationen geht, und darum, gemeinsam Lösungen zu finden.
Wo haben sie vorher gearbeitet und warum sind Sie zu uns ans GBG gewechselt?
Ich habe früher am Berufskolleg gearbeitet. An der Ulrepforte, das ist ein Berufskolleg für Holztechnik und das hat auch total viel Spaß gemacht und das waren auch total nette Schüler, aber die waren hauptsächlich entweder im Blockunterricht oder die waren so für ein Jahr da, um ihren Schulabschluss nachzumachen. Das hat auch Spaß gemacht, denen zu helfen, aber ich fand immer, dass die ihren Lebensmittelpunkt nicht unbedingt in der Schule hatten. Aber genau das finde ich irgendwie spannend, weil ich das auch von meiner eigenen Schulzeit kenne, dass das auch irgendwie so was Besonderes ist, und deshalb wollte ich auch gerne an eine Schule, wo ich wirklich die Schüler von der 5. Klassae bis zum Abitur begleiten kann.
Was finden Sie an Ihrer Arbeit am GBG besonders herausfordernd und/ oder Freude bringend?
Also herausfordernd ist, glaube ich, einfach, dass die Schule unglaublich groß ist. Ich glaube, es ist das größte Gymnasium in Köln, und das sind so so viele Schüler:innen und ich bin ganz allein hier. Ich finde, das geht im Moment noch, weil ich noch nicht so lange hier bin, aber ich stelle mir das so vor: Ich lerne immer mehr Schüler kennen und irgendwann habe ich nicht mehr ausreichend Zeit für alle und das fände ich schade. Denn es ist immer Freude bringend, wenn man Schülern und jungen Menschen helfen kann, wenn es ihnen schlecht geht. Im Idealfall geht es ihnen wieder gut, wenn sie wieder hier aus meinem Büro rausgehen.
Hätten Sie sich vorstellen können, auch in einem anderen Bereich der Sozialarbeit zu arbeiten?
Jetzt gerade im Moment nicht, aber das ist das Schöne: Wenn man bei der Stadt Köln arbeitet und wenn man irgendwie merkt, dass man doch irgendwie ausgebrannt ist oder man irgendwie eine neue Herausforderung sucht, dass man dann in ganz vielen Bereichen arbeiten kann, aber jetzt im Moment kann ich mir das nicht vorstellen.
Welches ist Ihr Lieblingsort am GBG?
(überlegt) Ich find die Bücherei sehr schön, ehrlich gesagt.
Haben Sie schon mal Schule geschwänzt?
(fragt nach: Muss ich ehrlich antworten?) Also es ist mir schonmal passiert.
Haben Sie Kinder?
Ja.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Ich mag gerne Fisch, so Lachs mag ich gerne.
Welche Musik hören Sie?
Ich höre gerne Jazzmusik, aber auch gerne Alternative.
Wenn Sie etwas an der Welt verändern könnten, was wäre es?
Dass die Menschen nicht überall ihren Müll hinwerfen und die Umwelt nicht so verschmutzen, und dass es natürlich nicht so viele Kriege gibt.
Herr Gieseking, vielen Dank für das Interview!
Lena (6e)