Interview mit Frau Creutz

Vor nicht allzu langer Zeit hatte unsere Schülerreporterin Lena die Gelegenheit, ein Interview mit ihrer Klassenlehrerin Frau Creutz zu führen. Frau Creutz unterrichtet hier am GBG die Fächer Deutsch und Katholische Religion. Außerdem ist sie als Beratungslehrerin und Lerncoach tätig.

Lena: Welcher Fächer unterrichten Sie?

Fr. Creutz: Ich unterrichte Deutsch und Katholische Religionslehre.

Lena: Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Fr. Creutz (überlegt kurz):  Erst mal fand ich den Unterricht als Kind und Jugendliche tatsächlich teilweise ganz gut und ich wollte dann tatsächlich was mit Kindern und Jugendlichen machen. Ich wollte mit ihnen arbeiten und auch mich mit ihnen beschäftigen und meine Eltern beiden waren auch Lehrer. Und irgendwie habe ich dann gedacht, ich probiere es mal aus und schaue mal, ob es mir auch Spaß macht.

Lena: Gibt es etwas an Ihrem Beruf, dass Sie nicht mögen, und wenn ja, was?

Fr. Creutz: Schlechte Noten geben.

Lena: Warum haben Sie als Arbeitsplatz ein Gymnasium ausgesucht und nicht eine Grundschule?

Fr. Creutz: Ich wollte mit älteren Kindern und Jugendlichen arbeiten, aber die Grundschullehrer machen eine superwichtige Arbeit. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, an einem Gymnasium zu arbeiten.

Lena: In welcher Jahrgangsstufe unterrichten Sie am liebsten?

Fr. Creutz: Das kann ich gar nicht sagen. Ich finde die Mischung großartig, dass ich z.B. eine Klasse in der Ober- und Mittelstufe habe, mag ich unheimlich gerne. Ich bin aber auch gerne eine Klassenlehrerin von jüngeren Kindern, aber ich unterrichte auch gerne die Älteren, das ist dann eben wieder etwas ganz anderes und die Mischung finde ich super.

Lena: In diesem Schuljahr sind Sie in der 6.Jahrgangsstufe eine Klassenlehrerin. Wie ist es, eine Klassenlehrerin zu sein?

Fr. Creutz: Ich fand unsere Klassenfahrt superschön und ich habe es unheimlich genossen, mit meinen Schülerinnen und Schülern mal nicht in der Schule zu sein, sondern ganz viele andere Dinge zu machen und sie auch anders zu erleben. Als Klassenlehrerin bin ich besonders verbunden und möchte mich auch besonders um sie kümmern. Das heißt, dass, wenn sie irgendwelche Themen haben, die sie besprechen möchten, dann sind wir, mein KL-Teampartner Herr Zamilski und ich, für sie da, und das finde ich sehr schön. Das ist so wie eine kleine Heimat am GBG für mich.

Lena: Hier am GBG sind sie Teil des Lerncoaching-Teams. Womit befasst sich Lerncoaching hauptsächlich?

Fr. Creutz: Im Lerncoaching wollen wir Kinder dabei begleiten, sich mit einem bestimmten Thema genauer auseinander zu setzen, im Vergleich zu anderen Unterstützungen, wie z.B . SUSA. Dort geht es um Unterstützung für Englisch oder Mathe und beim Lerncoaching geht es eher um allgemeinen Themen: Zum Beispiel möchte ich mich in der mündlichen Mitarbeit verbessern oder ich bin immer so unruhig bei Klassenarbeiten, wie kann ich ruhiger werden? Ich habe Probleme, mich gut zu organisieren und auch zu Hause zu lernen. Ich möchte gerne daran arbeiten. Und das Großartige an dem Lerncoaching ist, dass es keine vorgefertigten Lösungen gibt, die wir präsentieren, sondern dass jedes Kind, jede/r Jugendliche/r, die/der das ausprobiert, für sich selbst eine Verbesserung finden kann und auch nur in sich finden kann und das kann sehr unterschiedlich sein. Und das ist auch für uns als Lerncoaching-Team sehr spannend.

Lena: Wie versuchen Sie beim Lerncoaching anderen Kindern zu helfen, sich besser zu organisieren? 

Fr. Creutz: Das machen die Kinder oder die Jugendlichen eigentlich selbst. Am Schluss ist immer traditionell, dass es eine kleine Aufgabe gibt, die sich das Kind selbst aussuchen darf, und diese kleine Aufgabe wird dann ausprobiert. Meistens innerhalb von zwei Wochen, aber das sollte so eine Sache sein, die machbar ist und die man auch gut schaffen kann. Nämlich nicht zu viel vornehmen, aber auch nicht zu wenig. Und dann im Idealfall klappt es dann auch ganz gut und dann hat man ein Erfolgserlebnis, das motiviert dann auch, noch ein Schritt weiterzugehen. Es kann auch sein, dass das Kind merkt, dass es doch nicht das Richtige für es war, dann schauen wir das an und überlegen neu, wie man vielleicht besser helfen könnte.

Lena: Haben Sie Kinder?

Fr. Creutz: Ja.

Lena: Haben Ihre Kinder ein Smartphone? Wenn ja, hatten sie einen Zeitlimit gehabt, als sie ihr erstes Smartphone bekommen haben?

Fr. Creutz: Ja.  Meine zwei Älteren, sie sind schon 21 und 19 Jahre alt, sie sind mit ihrem Handy ganz selbständig unterwegs. Und die Jüngere ist in der 10.Klasse, sie ist 15 Jahre alt. Das ist immer wieder Thema bei uns zuhause, wie lange man am Handy sein sollte. Und früher, als sie kleiner war, haben wir das Handy auch weggenommen.

Lena: Viele Kinder hängen heutzutage viel am Handy rum.  Sind Sie außerhalb der Schule viel digital unterwegs?

Fr. Creutz: Ich bin ohne Computer und ohne Handy aufgewachsen, und ich nutze diese Medien schon, um zu arbeiten oder auch um mich zu informieren.  Und natürlich habe ich WhatsApp und schreibe da Nachrichten, aber ich glaube, dass die Gefahr, dass ich damit viel Zeit verbringe, die besteht bei mir nicht. Ich bin auch froh, wenn ich es nicht benutze.

Lena: Wer war Ihr Vorbild, als Sie ein Kind waren?

Fr. Creutz: Ich fand meine Grundschullehrerin toll. (Lacht) Sie hatte immer ganz bunte Kleidung an, und hat viel Theater gespielt. Sie war so ein bisschen verrückt unterwegs, und sie mochte ich sehr gerne.  Und ich war in einer katholischen Gemeinde sehr aktiv, und unser Pfarrer hat alles für die Kinder und Jugendlichen gemacht und das fand ich natürlich sehr toll, z.B. Ferien-Freizeiten, Ausflüge. Und Boris Becker fand ich toll, der war nämlich damals ein sehr guter Tennisspieler.

Vielen Dank für das Interview, Frau Creutz!