Bundestagswahl 2025

Gestern, am 23.Februar 2025, fand die vorgezogene Bundestagswahl statt. Es ist die wichtigste Wahl in Deutschland. Aufgrund des Regierungschaoses im letzten Jahr wurde die Wahl von September auf Februar vorgezogen. Aber was wählen wir da eigentlich, wie funktioniert es und warum tun wir dies?

Was wählen wir? Bei der Bundestagswahl wählen die Bürger ein neues Parlament, in Deutschland den Bundestag.

Wie funktioniert die Wahl? Die Bundestagswahl ist eine der kompliziertesten Wahlen der Welt.  Bei der Bundestagswahl hat der Wähler zwei Stimmen: Die Erst- und Zweitstimme.    Die Namen sind allerdings verwirrend. Die Zweitstimme ist nämlich viel wichtiger als die Erststimme. Darum blicken wir zuerst auf die Zweitstimme.

Mit der Zweitstimme wählt man eine politische Partei oder Vereinigung. Dies können bis zu 30 verschiedene Parteien sein.                                                          Das Ergebnis der Zweitstimme bestimmt, wie viele Sitze eine Partei im Bundestag erhält. Die Sitze werden prozentual nach dem Zweitstimmenergebnis aufgeteilt. Das nennt man Verhältniswahlrecht. In den Bundestag schaffen es nur die Parteien, die mindestens 5% der Zweitstimmen erlangen oder von einer Sonderegel profitieren. Mit der Erststimme wählt man eine Person aus der Region. Deutschland ist dafür in 299 Wahlkreise aufgeteilt, die eine ähnliche Einwohnerzahl haben. In Köln gibt es 4 Wahlkreise. Einer davon wird sich mit Leverkusen geteilt. Wir hier in Weiden liegen im Wahlkreis Köln II.

In jedem Wahlkreis stellen sich Kandidaten zur Wahl die in den Bundestag einziehen wollen. Diese gehören entweder einer Partei an oder sind parteilos.    Die Person, die die meisten Stimmen erhält, zieht in den Bundestag ein. Die anderen Kandidaten gehen leer aus. Wenn es eine Person über die Erststimme in den Bundestag schafft, nennt man dies Direktmandat. Schafft es eine Partei, drei Direktmandate zu holen, darf sie auch in den Bundestag, selbst wenn sie bei den Zweitstimmen weniger als 5% erreicht hat.

 Beispiel:

Kanditat 1: 35%   Partei A

Kandidat 2: 30% Partei B

Kandidat 3: 20% Partei C

Kandidat 4: 15% parteilos

Landeslisten: Neben den Abgeordneten, die es über die Erststimme in den Bundestag geschafft haben, kommen noch Abgeordnete über die Landeslisten in den Bundestag. Dies sind Listen von Parteien mit Personen, die sie in den Bundestag schicken möchten. In jedem Bundesland, in dem eine Partei antritt, muss sie solch eine Liste erstellen. Wie viele Abgeordnete einer Partei es über die Landeslisten in den Bundestag schaffen, ist von den Ergebnissen der Erststimme abhängig.

Sonderfall: Es kann sein, dass eine Partei 100 Sitze laut Zweitstimme bekommt, diese aber in 105 Wahlkreisen ein Direktmandat gewonnen hat.                  Wenn so etwas passiert, müssen 5 Personen auf den Bundestag verzichten. Um diese 5 zu bestimmen, werden die Prozentzahlen der Kandidaten in ihren Wahlkreisen verglichen. Die 5 mit den niedrigsten Prozentzahlen kommen nicht in den Bundestag. Gewinnt ein Kandidat mit 25% der Stimmen in seinem Wahlkreis, hat er vermutlich schlechtere Chancen als jemand, der 50% erreicht. Bis zur letzten Bundestagswahl wurde ein anderes Verfahren angewendet, wodurch aber im Bundestag viel zu viele Leute saßen.  Wie das ablief erfahrt ihr  hier .

Quelle: https://www.bundeswahlleiterin.de/

Emil, 8b